Psychotherapie bei psychosomatischen Beschwerden, chronischen Schmerzen und schweren Diagnosen

by Annamartha - pixelio.de

Manchmal streben wir mehr danach Schmerz zu vermeiden, als Freude zu gewinnen. Sigmund Freud

 

 

 

Psychosomatische Bescherden sind Hilferufe der Seele - sie wollen ernst genommen werden und ihren Sinn erhalten. 

 

Wenn für Schmerzen keine körperliche Ursache gefunden werden können, ist es hilfreich zu forschen, welche Botschaft dahinter steckt.

 

Bei vielen chronischen oder häufig wiederkehrenden Krankheiten führt eine rein somatische Sichtweise und Behandlung nicht zum Erfolg.

 

Beispiele sind: Magen-Darm-Erkrankungen, ständige Atemwegsinfekte, Bronchialasthma, Tinnitus, Hörsturz, Hauterkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

 

Eine psychosomatische Sichtweise geht davon aus, dass die Krankheit eine bestimmte Aufgabe oder einen Sinn im Leben des betroffenen Menschen erfüllt - ganz unbewusst.

 

Vereinfacht gesagt, stellt die Krankheit eine unbewusst gewählte Notlösung für ein Problem dar, das der Betreffende auf gezieltem und bewusstem Weg bislang nicht lösen konnte. Dabei kann es sich z.B. um Gefühle handeln, die aufgrund der persönlichen Lebensgeschichte "nicht erlaubt sind", wie Wut, Trauer, Hass oder Neid.

 

Manchmal schützt die Krankheit den betreffenden Menschen auch vor Aufgaben oder Pflichten, denen er sich anders nicht zu entziehen weiß.

 

 

Im Verlaufe einer Psychotherapie wird versucht, derartige Zusammenhänge zu erkennen. Wichtig ist dabei den jeweiligen Lebenshintergrund, Ideale und Wertvorstellungen des Menschen einzubeziehen, denn vorgefertigte oder Standard-Erklärungen zu einzelnen Erkrankungen führen häufig nicht sehr weit.

 

Inhalte in der Therapie können sein:

  • die Wahrnehmung der eigenen Gefühle und des Körpers zu schulen
  • die Symptome verstehen und Unterschiede in der Intensität finden und sie nutzen lernen
  • einen bewussten und gezielten Umgang mit zwischenmenschlichen Konflikten zu erlernen,
  • krankmachende Lebensumstände und -gewohnheiten zu erkennen und zu verändern.

 

Selbstverständlich stellt die psychotherapeutische Behandlung keine Konkurrenz zu einer körperbezogenen ärztlichen Behandlung dar.

 

Gerade bei chronischen psychosomatischen Erkrankungen haben sich z.T. tiefgreifende Funktionsstörungen oder auch Organschäden entwickelt, die einer regelmäßigen ärztlichen Behandlung bedürfen. Kontakt und Kooperation zwischen Arzt und Psychotherapeut sind hier wünschenswert.

 

 

Chronische Schmerzen

 

Akute Schmerzen klingen ab, wenn die auslösende Ursache abgeheilt ist, weil damit ihre Aufgabe als Warnsignal erfüllt ist.

 

Das ist ein wichtiger Punkt, in dem sich chronische Schmerzen von akuten Schmerzen unterscheiden: Sie haben ihre Warnfunktion und damit ihre biologische Notwendigkeit verloren.

 

Das heißt, sie sind nicht mehr Begleiterscheinung einer Erkrankung, sondern haben sich verselbstständigt - zu einem eigenständigen Krankheitsbild.

 

Chronische Schmerzen können entstehen, wenn akute Schmerzen sich ständig wiederholen, oder - auch weil sie nicht ausreichend behandelt wurden - länger anhalten bzw sehr intensiv sind.

 

Denn dadurch kommt es zu Veränderungen an den Nervenzellen, die im Rückenmark und Gehirn für die Weiterleitung und Verarbeitung von Schmerzreizen zuständig sind.

 

Diese von Forschern auch als "Schmerzgedächtnis" bezeichnetet Veränderungen führen dann dazu, dass eine Schmerzempfindung entsteht, ohne dass die Schmerzrezeptoren erregt werden. Der Schmerz hat also seine ursprüngliche Ursache überdauert und ist selbst zur Krankheit geworden.

 

Chronische Schmerzen sind nicht einfach zu behandeln - insbesondere wenn sie schon lange Zeit bestehen und es sich um eine schwere Form handelt.

 

Wichtig zu wissen ist aber, dass sie sich bei nahezu allen Betroffenen wirksam bekämpfen lassen.

Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass sie vollkommen beschwerdefrei sind.

Es geht vielmehr darum, dass sie ihre Schmerzen in den Griff bekommen, dass sie lernen, Schmerzattacken zu vermeiden oder zumindest ihre Intensität vermindern.

 

Das Ziel ist, trotz möglicherweise bleibender oder manchmal auftretender Schmerzen in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit, ihrem psychischen Wohlbefinden, ihrem Berufs- und Privatleben möglichst wenig eingeschränkt fühlen.

 

Kurz: eine verbesserte Lebensqualität.